Ja, jetzt ist es da, ich spüre es, es ist da, das M-o-r-g-e-n-g-r-a-u-e-n. Ich habe es erwartet, schon am Abend, schon vor dem Schlaf … und jetzt … ja … jetzt ist es da, so wie gestern, so wie immer am Morgen. Und auch die Augen, die warten schon, die Augenlider zittern schon, sind noch geschlossen, sind aber schon da, schon wach, so wie gestern … aber noch nicht offen sind sie, sie sind noch blind, noch nicht wirklich da, noch nicht hier, noch nicht richtig im Leben, noch nicht sehend, noch nicht gegenwärtig … Und auch jetzt nicht, nein, noch immer nicht, noch nicht wirklich zu ihrem Körper gehörend, nein … noch nicht … Aber jetzt … Ja. Jetzt. Jetzt sind sie da … Sind noch schmal, die Augenritzen, noch winzig, noch klein, aber offen, nur sehr wenig offen, jedoch, so wie gestern, schon ein bisschen offen. Und jetzt, ja, jetzt schon mehr, schon geöffneter, langsam weiter offen … und jetzt weiter noch … Und jetzt noch mehr, sind jetzt noch weiter offen, die Augenritzen, sie sind jetzt noch und noch weiter offen, lassen das Morgengrauen herein … langsam herein … sehr langsam … aber ja … aber nur ganz langsam … so wie gestern. Sie sind noch schmal, meine Augenritzen, werden aber nun weiter … sie werden jetzt immmer weiter und langsam immer mehr und mehr … ganz langsam, so wie gestern. Sie werden jetzt noch weiter und jetzt noch und noch … noch nicht richtig weit, noch nicht ganz weit, aber doch immer mehr, immer weiter. Meine Augen sind größerwerdend. Und noch … und immer noch … Denn wie jetzt wollen sie nicht bleiben, das will ich nicht. Denn ich will ja noch. Ich will doch noch, ja, ich will noch, immer noch. Will nicht mehr so richtig, aber doch … Ja, ich will noch … ja ja … Und jetzt, ja … jetzt ist Alles da. Noch fast ungesehen, aber da. Jah … Meine Augen sind jetzt groß, jetzt richtig offen, richtig weit. So wie gestern. Ich bin da. Jetzt. Bin dort wo ich bin, wo ich lebe. Ich bin lebend. Ich erblicke den Morgen des neuen Tages. Neuer Tag, neue Gedanken. So wie gestern. Ich spüre was war, wie gestern … was ist, wie heute. Jetzt. Ich spüre die Angst, wo sie war, spüre sie dort, wo sie gestern war und heute ist. Ich spüre sie ganz wahr. Jah. Überall. Spüre sie größer als die von gestern, überall dort wo ich sie spüren kann. Von überall her bedrückt sie mich, lässt mich spüren, dass sie mich hat. Diese ewig unbegründete Angst, für die ich eine Ursache suche, damit sie das Recht hat zu bleiben. Die bösen Befürchtungen, ich erlebe sie schon jetzt. Schon echt und richtig, hier. Hier waren sie schon und sind immer noch da, sind meine Zukunft. Hier begrüße ich sie, begrüße die Zukunft, heiße sie willkommen. So wie gestern, so wie sie war, so nah und wie sie näher noch kommt, meine Zukunft. Ja, sie kann kommen, sie ist eingeladen. So hat mein Leben einen Sinn. Ich spüre es. Deutlich und deutlicher. Und bald schon … jah … oh jah … ist der Teufelskreis neu belebt, genau so wie gestern. Und ich brauche mir keine Sorgen mehr zu machen.