Scienfictionstory, 1975
Die Hundertmeterstrecke war seine Spezialität. Wenn die Läufer sich auf dem Bildschirm einfanden, mit Dehnübungen, Recken und Strecken ihre Sehnen und Muskeln trimmten, auf der Stelle tribbelten, hin und her liefen, um sich aufzuwärmen, spürte er, wie auch sein eigener Körper lebendig wurde, sich auf Höchstleistung einstellte. Sein Herz schlug schneller, seine Nervosität wuchs. Er bekam Fieber, wenn die Athleten ihre Trainingsjacken abstreiften, sie an den Rand der Laufbahn warfen und sich dann hinter der Startlinie niederkauerten. Der Schuß war auch für ihn das Zeichen zum Start. Er rannte los, war im Geiste mit auf der Strecke, warf sich vor dem Ziel in die Brust, um keinen Millimeter zu verschenken. Es kam auf die Tausendstelsekunde an! Nach dem Lauf hatte er Schweißperlen auf der Stirn. Er saß mit immer noch zuckenden Beinen im Sessel und griff, wenn sein Atem sich beruhigt hatte, mit zitternder Hand nach dem Mineralwasserglas. Für die kurze Zeit des Wettlaufs und die Sekunden danach spürte er das rechte Bein, das er bei einem Manöverunfall verloren hatte, so von Kraft geladen wie das linke. Manchmal hatte er sogar das Gefühl, als entwickle gerade dieses Bein besonderen sportlichen Ehrgeiz und laufe dem verhandenen Bein davon. Er sah es dann ein Stück weit weg, auf dem Teppich tanzend, zwischen dem Sessel und dem Fernseher. Erst nach dem Zieleinlauf kam es zurück und koppelte wieder an, dort, wo es früher einmal hingehörte.
Der Mann, der alle wichtigen Sportveranstaltungen vom Sessel aus verfolgte und bei Sprintwettbewerben stets als Erster die Ziellinie überlief, war kein verwirrter Träumer.
Er war auf der Aschenbahn auch im wahren Leben ein König, allerdings nur unter Seinesgleichen. Er war Mitglied eines Invalidensportvereins und im Besitz aller Urkunden, Medaillen und Pokale, die ein einbeiniger Hüpfsprinter im Lauf seiner Karriere gewinnen konnte. Die meisten Siegestrophäen besaß er doppelt, dreifach und in noch größerer Zahl, mit unterschiedlichen Gravuren, die an die Jahreszahlen seiner Triumphe erinnerten. Er war in seiner Favoritenrolle unangefochten, galt als unschlagbar, obwohl sich ein dichtes Feld von Konkurrenten hinter ihm drängte – alle davon träumend, ihm vielleicht eines Tages den Rücken zu zeigen. Viele waren weitaus jünger als er. Sie hatten ihre Beine schon als Kinder eingebüst, manche schon im Mutterleib, infolge von Mißbildungen, die andern beim Spielen oder bei Unfällen im Straßenverkehr. Auch die meisten Älteren waren Opfer von Verkehrsunfällen, oder sie hatten den Verlust bei der Arbeit erlitten.
Der Mann, der sein Leben dem Sport verschrieben hatte, verdankte seinen Erfolg nicht nur der Besessenheit, mit der er sich einem täglich mehrstündigen Training hingab – nein, da war noch etwas anderes. Das Geheimnis, von dem keiner wußte, war in der Sohle des Sportschuhes verborgen, den er an seinem Fuß trug. Doch empfand er es den Mitstreitern gegenüber nicht als unfair oder gar betrügerisch, auf diese besondere Weise zu siegen, denn es war ja in der Tat seine persönliche Leistung, die ihn zum Dauerabonnenten auf Platz eins machte – wenn auch nicht seine Leistung als Sportler, sondern sein Talent als Mechaniker. Er hatte alle verfügbare Zeit genutzt und kein Geldopfer gescheut und gegrübelt und experimentiert, bis der Schuh mit der in der Sohle verborgenen Zauberfüllung ihn endlich zu der erstrebten Ehre verhalf.
Und noch Größeres gelang ihm bei Wettbewerben, bei denen das zweite Bein, die Prothese, zum Einsatz kam. Hier verhalf ihm sein Erfindergeist zu noch deutlicherer Überlegenheit. Er hatte an seinem Beinersatz Veränderungen vorgenommen, mit denen er Gott ein Schnippchen schlug. Sein Kunstbein war schneller als das natürliche. Er mußte sein Tempo drosseln, um Konflikte zu vermeiden und unauffällig zu siegen.
Er wurde bestaunt, er wurde bewundert, aber er war mit dem Ergebnis seiner Arbeit noch nicht zufrieden. Solche Kunstbeine gäbe es wahrscheinlich schon längst, wenn die Prothesenhersteller auf die Idee gekommen wären, sich für Invalidensportler etwas einfallen zu lassen. Vermutlich befürchteten diese, dass die Zahl interessierter einbeiniger Athleten für eine profitable Serienproduktion von Rennprothesen nicht ausreichend sei.
Aber während die Industrie schlief und sich mit dem Herkömmlichen begnügte, bahnte sich in der privaten Werkstatt des einbeinigen Ausnahmesportlers eine Revolution an. Für den Erfinder jedoch führte der Fortschritt zunächst zu einem schmerzlichen Rückschlag. Er mußte seine Karriere bei den Invaliden beenden, weil die stets chancenlosen Leidensgenossen sich von ihm gedemütigt fühlten. Sie weigerten sich schließlich, weiterhin gegen ihn anzutreten. Er solle sich doch mit zweibeinigen Läufern messen, riet man ihm. Doch dort, das wußte er, hätte es keine Medaillen sondern eher Spott und Gelächter für ihn gegeben. Er sah sich in eine Position gedrängt, in der er begann, seine Beine zu hassen. Wohin gehörte er denn? Er befand sich irgendwo dazwischen, war von den unversehrten Athleten so weit entfernt wie von den versehrten, war weder Rennpferd noch Schnecke.
In seinem Ehrgeiz jedoch übertraf er sie alle, auch die Heroen und Berühmtheiten, die in den Sportarenen der Welt ihre Kräfte maßen. Er hasste sie, er liebte sie – er fühlte sich ihnen zugehörig. Er arbeitete. Er wurde getrieben von der Macht seines Willens – ein einziges großes Ziel vor Augen. Zu den ungezählten Stunden, die er nachs in seiner Hightechwerkstatt verbrachte, kamen die vielen Stunden harten körperlichen Trainings, das er Tag für Tag in den frühen Morgenstunden absolvierte. Aus Geheimhaltungsgründen begab er sich dazu auf einen abgelegenen Waldweg. Er schob die Grenze seiner körperlichen Belastbarkeit vor sich her und folgte dem Weg dorthin, bis die Grenze erreicht und überschritten war. Und er meisterte die schwierigste aller Aufgaben – die Koordination der Bewegungsabläufe zwischen Bein A und Bein B. Was Verletzungen betraf, den Katastrophenfall im Ultrasport, so befand er sich der Konkurrenz gegenüber in einer fünfzig prozentigen Vorteilsposition. Verletzte er sein natürliches Bein, so zwang ihn dies, wie auch den unversehrten Sportler, zu einer Trainingspause. Bei Schäden am Kunstbein jedoch war lediglich ein Austausch mit der Ersatzkonstruktion vonnöten, die sein Zeitkonto nicht belastete.
Der Augenblick der Bewährung, dem er entgegenfieberte, nahte. Er hatte die Trainingsstrecke zentimetergenau abgemessen und hielt beim Laufen eine Stoppuhr in der Hand. Die Zeiten, die er erziehlte, ließen sein Herz höher schlagen. Sie rechtefertigten zunehmend seine großen Erwartungen und nährten ein Gefühl des Triumphes, der zwar noch nicht stattgefunden hatte, ihn aber schon jetzt in seinen Tag- und Nachtträumen für alle Mühen entschädigte.
Als bei der Geschäftsstelle des Leichtathletikverbandes eines Tages ein Mann anrief und wissen wollte, ob ein Prothesenträger das Recht habe, an einem Meisterschaftswettbewerb teilzunehmen, glaubte der Sportfunktionär zunächst an einen Scherz. Aber offenbar hatte er für Menschen mit Humor etwas übrig, denn er gab dem Anrufer eine korrekte Auskunft. Es gäbe im Reglement, erklärte er, keinen Paragraphen, der dies verbiete. Er konnte sich jedoch nicht die bissige Bemerkung verkneifen, dass es wohl ratsam sei, die Prothese vor dem Lauf auszuziehen, um sie, falls sich etwas Unvorhergesehenes ereignen sollte, ein Stolpern, ein Sturz beispielsweise, nicht zu verschlucken. Als dem Funktionär dann mitgeteilt wurde, dass nicht eine Zahnprothese sondern ein Beinersatz gemeint sei, legte er den Hörer auf. Der andere aber gab nicht auf. Er wiederholte seine telefonische Anfrage so lange, bis der Funktionär ihm schließlich kundtat, dass er im Reglement auch keinen Paragraphen gegen die Benutzung eines künstlichen Beines gefunden habe.
Am andern Tag stand die Sensation, mit mächtigen Schlagzeilen versehen, in den Zeitungen. Der Kandidat selbst, der Einbeinige, der bei den diesjährigen Leichtathletikmeisterschaften über die Hundermeterstrecke antreten wollte, hatte die Sportredaktionen verständigt. Ein sprungenhafter Anstieg der Umsatzziffern beim Kartenvorverkauf war die Folge. Deshalb bildeten sich bald Gerüchte, dass das Ganze nur ein vom Leichathletikverband inszenierter Werbetrick sei – später, wenn alle Karten verkauft seien, werde man vermutlich von einem bedauerlichen Mißverständnis reden und bekanntgeben, dass der Kandidat nicht ein Bein, sondern nur einen Finger oder vielleicht eine Hand zu wenig besitze.
Am Tag darauf wurden jedoch alle Zweifel hinsichtlich des fehlenden Gliedes beseitigt. Von dem Sprinter wurde ein Foto veröffentlicht, das ihn in der Badehose zeigte.
Das Stadion war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das Gemurmel, das in den Rängen herrschte, verebbte, als die Vorläufe über die Hundertmeterstrecke angekündigt wurden. Auf den meisten Gesichtern wurde augenblicklich ein krampfhafter Ernst sichtbar, so wie bei Menschen, die sich bemühten, Trauer vorzutäuschen, während sie sich insgeheim auf die zu erwartende Erbschaft freuten. Anderen fiel es schwer, die Heiterkeit und Vorfreude, die sie von innen blähte, zu zurückzuhalten – sie erweckten den Eindruck, als müssten sie einen starken Niesreiz unterdrücken. Nur wenige unreife Jugendliche wagten zu lachen. Hier und da sah man ein Gesicht, auf dem die Stellung der Mundwinkel ein amüsiertes Grinsen andeutete. Die Erlösung kam in Gestalt eines kleinen Hundes, der plötzlich unten im Stadion über den Rasen fegte. So einen drolligen Köter unter lauter Spitzenathleten gab es nicht alle Tage zu sehen. Es war, als ob sich schlagartig ein Ventil geöffnet hätte. Donnerndes Gelächter schallte durchs Stadion. Der Hund blieb erschrocken stehn und konnte von einem Mann mit Ordner-Armbinde gepackt und davongetragen werden. Danach war die Atmosphäre gelockert. Auf den Gesichtern hatte sich ein ungezwungenes Lächeln niedergelassen.
Aber als die Sprinter mit dem Warmlaufen begannen, veränderte ein ungläubiges Staunen dieses Lächeln. Und bald darauf war das Lächeln aus allen Gesichtern verschwunden. Hätte nicht jeder gewußt, wie dieser ältere Mann, der als einziger Läufer eine lange Hose trug, im Badeslip aussieht, wäre dessen Auftritt unweigerlich Anlaß zu allerlei Mutmaßungen und Spekulationen gewesen. Jetzt aber waren die Gemüter von hohem Ernst erfüllt. Eine von vibrierender Spannung geladene Atmosphäre herrschte auf den Rängen.
Alle fieberten dem dritten Vorlauf entgegen. Das war der Lauf, an dem der Mann mit der langen Hose teilnehmen würde. Momentan trabte er noch locker am Rand der Laufbahn auf und ab, legte kurze Zwischenspurts ein und blieb gelegentlich auf der Stelle stehn, um mit nach vorne gebeugtem Oberkörper die Arme und den Oberkörper lockerzuschütteln.
Während des Laufes hielt das Publikum den Atem an. Kaum mehr als zehn Sekunden lang. Dann herrschte Stille. Keine Hand rührte sich zum Applaus. Die Zuschauer saßen da mit offenen Mündern und vergaßen vor Staunen ihre Hände zu rühren. Aber als die ersten Klatschtöne hörbar wurden und der Sturm des Beifalls dann losbrach, wollte die Begeisterung kein Ende mehr nehmen. Der Stadionsprecher schaffte es nicht, die zur Fortsetzung der Veranstaltung erforderliche Ruhe wieder herzustellen. Das mußte der Held selbst besorgen, der mit ausgebreiteten Armen und sanften Gesten der Raserei Einhalt gebot.
Der Endlauf, darüber bestand schon jetzt unausgesprochen Einigkeit, war praktisch nur noch eine Formalität, beziehungsweise ein Kampf um die Rangfolge von Platz zwei aufwärts. Eine Stunde später war es schließlich soweit. Der Hundertmeterlauf war entschieden. Bei der Siegerehrung bestieg der Mann mit der langen Hose die oberste Stufe des Treppchens.
Die Presse feierte das großartige Ereignis mit der gebührenden Berichterstattung in Wort und Bild und hob den neuen Star bereits auf die nächsthöhere Stufe, denn in wenigen Wochen stand mit den europäischen Meisterschaften ein sportliches Großereignis auf dem Programm. Und danach, im Spätsommer, würden sich nach vierjähriger Pause die besten Athleten der Welt treffen, um sich in friedlichem Wettkampf zu messen. Zwar war es noch zu früh, den Favoriten für die olympische Goldmedaille schon beim Namen zu nennen, aber wer es dennoch tat und dabei den Namen des einbeinigen Landesmeisters nannte, begab sich mit dieser Prognose keineswegs in eine Abseitsposition, sondern sprach nur aus, was hierzulande viele dachten und hofften.
Die Nachricht vom Hundertmetersieg des Außenseiters wurde auch im Ausland mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Doch äußerten sich die Journalisten und insbesondere die Sportfunktionäre der Nachbarländer in einer Weise, die neben Respekt und Bewunderung auch Mißgunst und Neid zum Ausdruck brachte. Die internationale Fachwelt spaltete sich in zwei Lager. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt statthaft sei, dass ein Einbiniger an einem Sprintwettbewerb von Zweibeinigen teilnehme. Worauf die Gegenseite argumentierte, der Athlet besitze genau so viele Beine wie andere Athleten auch, nämlich, so wie sich das gehört, zwei, das eine kreiert von der Natur und das andere von der Technik. Zudem wurde von der Fürsprecherseite darauf hingewiesen, dass in der unlängst ausgefochtenen Kontroverse, hervorgerufen durch die technische Vervollkommnung der Stabhochsprungstangen, ebenfalls eine Entscheidung zugunsten der Technik getroffen worden war. Damals war, nachdem die zivile und militärische Flugsicherung Bedenken angemeldet hatte, den Leichtatlethikverbänden lediglich untersagt worden, im näheren Umkreis von Flughäfen Stabhochsprungwettbewerbe durchzuführen.
Dass dem behinderten Meister Starterlaubnis für alle künftigen Wettbewerbe erteilt wurde, geschah schließlich unter dem Druck der öffnetlichen Meinung, die in allen Sportnationen nahezu gleich war. Dem sportinteressierten Publikum kam es, wie eine Umfrage ergab, ausschließlich auf die Leistung an, nicht auf die Zahl der Beine, mit der sie erbracht wurde, sofern es nicht mehr waren als zwei.
Aber der Ausgang der Europameisterschaften war für viele Sportfreunde eine herbe Enttäuschung. Der Favorit, dem auch eine große Anhängerschar im Ausland den Sieg gegönnt hätte, landete nur auf dem zweiten Platz. Mit den Tränen kämpfend, gab er gleich nach der Siegerehrung seinen Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt. Geschlagen hatte ihn ein Läufer, der dem Publikum schon lange bekannt war, nämlich der Meister aus dem letzten und vorletzten Jahr. In diesem Jahr allerdings hatte er sich den Sieg in langer Hose erlaufen. Den Weltrekord, der sich seit Jahren nur noch an der dritten Stelle hinter dem Komma verändert hatte, verbesserte er dabei gleich um eine halbe Sekunde. Presseberichten zufolge hatte er sein „Abschlußtraining“ in einer chirurgischen Privatklinik absolviert. Darüber hinaus wurde von einem Millionenvertrag mit einem Beinprothesenhersteller gemunkelt. Wer beim Kampf um olympisches Gold vorne liegen würde, schien somit festzustehen.
Doch kurz vor den Spielen purzelte der Rekord noch einmal und ging diesmal nach Übersee. An dem Lauf, bei dem die neue Weltbestzeit erzielt wurde, nahmen nur zwei Läufer in kurzer Hose teil. Diese wurden vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen, weil sie den führenden Athleten hinterherliefen wie Invaliden, die sich ins falsche Stadion verirrt hatten.
Nun war wieder alles offen. Einen olympischen Favoriten gab es nicht mehr.
Noch nie in der Geschichte des Sports wurde einer einzigen Disziplin soviel Aufmerksam zuteil wie bei diesen Olympischen Spielen. Als die Endlaufteilnehmer an den Start gingen, waren die Läufer mit den langen Hosen unter sich. Die Athleten mit den altmodischen Shorts waren allesamt ausgeschieden. Der Sieg wurde mit Riesenvorsprung von einem kleinen, pummeligen Japaner gewonnen, der, um der Demütigung der Konkurrenz eine besondere Note zu verleihen, bei den Vorläufen offenbar nur ein gemächliches Schaulaufen geboten hatte. Die Verlierer waren wütend und aufgebracht und gaben nach dem Lauf an Ort und Stelle eine Pressekonferenz, bei der sie den Sieger der Unsportlichkeit bezichtigten.
Sie nannten ihn voller Verachtung einen Nullbeiner.
Ärger gab es auch um den Goldmedaillengewinner im Kugelstoßen, weil dieser während des gesamten Wettkampfes seine Trainingsjacke nicht ausgezogen hatte. Erstmals in der Geschichte der Spiele war damit ein Sieg in einer bedeutenden olympischen Disziplin an die Schweiz gefallen. Der schweizer Funktionär, von einem Fernsehreporter auf den unerwarteten Erfolg hin angesprochen, ignorierte dessen Fragen und nutzte die Gelegenheit, um vor einem Milliardenpublikum für sein kleines Land zu werben. Er warf einen Rückblick auf die Tradition des schweizer Uhrmacherhandwerks, verwies auf den heutigen Standard der schweizer Technologie und pries das konsequente Streben seines Landes nach Weltniveau in allen wissenschaftlichen und technischen Disziplinen – natürlich auch in der von ihm vertretenen, der des Sports.