Kinderwunsch

Die Frau leerte ihren Einkaufswagen und packte die Tüten in den Kofferraum. Dann rief sie ihre beiden Kinder, die auf dem Parkplatz zwischen den Autos Nachlaufen spielten. Sie musste mehrfach rufen, bis die Kinder sie hörten und herbeigerannt kamen. Sie gab ihren Kindern die notwendigen Anweisungen für die bevorstehende Nachhausefahrt, deshalb sei jetzt sofort Schluss mit diesem Herumtoben. Sie sprach freundlich und klar, wobei sie ihre Worte ganz deutlich machte, indem sie diese Laut für Laut buchstabierte und dann einen nach dem andern aus ihrer Kehle presste. Ihre Kinder machten jetzt Anstalten zu tanzen, aber sie herrschte sie an aufzuhören. Jetzt standen die Kinder vor ihrer Mutter und starrten diese an. Der Blick der Frau huschte zwischen den Kindern hin und her, während sie die Hände hob, so als habe sie vor, die beiden zu segnen oder die Handflächen zu einem Gebet zusammen zu führen. Nein, stopp! ertönte in diesem Moment eine Stimme, die aus allen Richtungen zu kommen schien, Sie dürfen ihren Kindern doch nicht die Köpfe zusammenschlagen!! Die Mutter erstarrte, so dass ihre Hände auf halber Höhe zum Stillstand kamen. Sie sah sich suchend um nach der Quelle dessen, was sie gehört hatte, dann vernahm sie die Stimme noch einmal: Das sei doch wirklich nicht nötig, hallte es in ihren Ohren, es gäbe doch vielleicht noch andere Möglichkeiten!! Sie stieß einen Ton zornigen Trotzes aus, danach schnappte sie ihre Kinder, stopfte sie in den Kofferraum und knallte diesen zu. Später, zuhause angekommen, empfing ihr Mann sie mit einer innigen Umarmung und einigen Küssen, bis er sich schließlich erkundigte, wie die Untersuchung, der sie sich vor dem Einkaufen unterzogen hatte, ausgefallen wäre. Wieder nichts, antwortete die Frau betrübt und öffnete den Kofferraum. Er tat die Einkaufsartikel in die Taschen, die er mit sich führte und stellte diese, nachdem er den Kofferraum geleert hatte, neben sich ab. Er sah seine Frau sorgenvoll an und strich ihr nun sanft übers Haar. Wir dürfen die Hoffnung und unsere Anstrengungen nicht aufgeben, versuchte er sie zu trösten und schloss den Kofferraum. Dann trugen sie die Taschen ins Haus. Ich weiß nicht, seufzte die Frau und schüttelte bekümmert den Kopf, manchmal denke ich, vielleicht ist es so eine Art höherer Wille, dass wir es nicht schaffen, Eltern zu werden, vielleicht wäre ich ja gar keine gute Mutter.

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