Ahrrrmm

Ahrrrmm. Das einzige Wort, das ihm geblieben war. Eigentlich kein wirkliches Wort mehr, nur noch eine Art Räuspern, von Tag zu Tag schwächer werdend, ahrrrmm … ein Röcheln. Wenn er so machte, wussten wir, dass er zu uns sprechen wollte. Dass er wollte, aber nicht mehr konnte. Nur noch ahrrrmm arrrmm ahrrrmm. Und wir beugten uns hinab, das Ohr vor seinem Mund, nickten, nickten immer wieder, weil er wissen sollte, dass wir ihn verstanden. Denn ahrrrmm bedeutete ahrrrmm, das verstanden wir. Und mehrmals hintereinander ahrrrmm bedeutete ahrrrmmmahrrrmmmahrrrmm… So einfach und schwierig war es, ihn zu verstehen. Aber wir wollten ahrrrmm nicht nur verstehen sondern auch selber ahrrrmm machen können. Deshalb übten wir ahrrrmm. Machten ahrrrmm bis wir es konnten. Übten dann Ahrrrmmkonversation. Wir alle, die wir dazu gehörten, jeder übte mit jedem. Und eines Tages, als wir die Zeit für gekommen hielten, ahrrrmten wir auch mit ihm. Weil wir doch hoffen wollten, dass er verstand, was wir sagten. Wir beugten uns hinab, den Mund vor sein Ohr und ließen uns hören, ahrrrmm ließen wir uns hören, sprachen zu ihm: ahrrrmm …. Und lauschten seiner Antwort: ahrrrmm …

Hinterlasse einen Kommentar